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Therapie mit Hypnoseunabhängig informiert, keine Praxis

Wann Hypnose nicht passt

Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit

Hypnose gilt als nebenwirkungsarm, aber nicht als nebenwirkungsfrei. Es gibt Situationen, in denen sie nicht passt, und solche, in denen sie nur in erfahrene Hände gehört.

passt meistumgrenzte Ängste, Schmerz, Entspannungnur mit ErfahrungTrauma, schwere Depression, Epilepsienicht geeignetakute Psychose, akute Suizidalität

In der Fachsprache heißen solche Situationen Kontraindikationen. Man unterscheidet absolute, bei denen ein Verfahren nicht eingesetzt werden soll, und relative, bei denen es nur nach sorgfältiger Abwägung und mit Erfahrung angewendet wird. Die folgende Übersicht ersetzt keine Abklärung. Sie hilft aber, die richtigen Fragen zu stellen.

Wo Fachleute abraten

Bei akuten Psychosen verschwimmt bereits die Grenze zwischen innerer Vorstellung und äußerer Wirklichkeit. Eine Methode, die gezielt mit inneren Bildern arbeitet, kann das verstärken. Ähnliches gilt für schwere dissoziative Störungen, bei denen Betroffene ohnehin zu Zuständen neigen, in denen sie sich von sich selbst getrennt erleben.

Bei akuter Suizidalität steht Sicherheit an erster Stelle. Hier braucht es ärztliche oder psychotherapeutische Krisenhilfe, keine Entspannungsübungen.

Wenn Sie gerade daran denken, sich das Leben zu nehmen, wenden Sie sich bitte sofort an Hilfe: in Bayern an den Krisendienst unter 0800 655 3000, bundesweit an die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111 oder 0800 111 0 222, im Notfall an 112.

Wo Vorsicht geboten ist

Bei schweren Depressionen kann tiefe Entspannung die Antriebslosigkeit verstärken. Bei Traumafolgestörungen können in Trance belastende Erinnerungen ungeplant auftauchen. Hypnose wird in der Traumatherapie durchaus eingesetzt, aber von Fachleuten, die darauf vorbereitet sind und wissen, wie man stabilisiert. Bei Epilepsie, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder in der Schwangerschaft sollte vorher die behandelnde Ärztin gefragt werden.

Eine besondere Stellung haben Beschwerden, deren körperliche Ursache noch nicht geklärt ist. Wer mit Kopfschmerzen, Ohrgeräuschen oder Magenproblemen zu einer Hypnosesitzung geht, ohne vorher ärztlich untersucht worden zu sein, riskiert, dass eine behandelbare Ursache übersehen wird.

Faustregel: Zuerst klären, was es ist, dann entscheiden, ob Hypnose ein sinnvoller Baustein ist.

Mögliche Nebenwirkungen

Nach Sitzungen berichten manche von Kopfschmerzen, Benommenheit oder Müdigkeit. Selten tauchen unerwartet starke Gefühle auf. Diese Reaktionen klingen meist rasch ab, sollten aber in der nächsten Sitzung angesprochen werden. Ein Thema für sich sind sogenannte falsche Erinnerungen. In Trance lassen sich Bilder erzeugen, die sich hinterher wie echte Erinnerungen anfühlen. Deshalb ist Hypnose als Mittel, verdrängte Erlebnisse „aufzudecken“, fachlich höchst umstritten.

Medikamente und Substanzen

Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel oder Alkohol verändern die Wahrnehmung und können die Arbeit in Trance unvorhersehbar machen. Das ist kein Grund, Medikamente eigenmächtig abzusetzen. Es ist aber ein Grund, im Vorgespräch alle Mittel zu nennen, die regelmäßig eingenommen werden, auch pflanzliche. Wer unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen zu einer Sitzung kommt, sollte nach Hause geschickt werden.

Kinder und Jugendliche

Kinder sind oft sehr gut ansprechbar für Hypnose, weil sie leicht in Vorstellungen eintauchen. In der Kinderheilkunde und Kinderzahnheilkunde wird das genutzt, etwa gegen Angst vor Spritzen. Die Arbeit gehört aber in die Hände von Fachleuten, die für die Behandlung von Kindern ausgebildet sind, und die Eltern sollten einbezogen werden. Für Showhypnose sind Kinder ungeeignet.

Wenn etwas schiefgeht

Fühlen Sie sich nach einer Sitzung über Tage aufgewühlt, schlafen Sie schlechter oder tauchen Bilder auf, die Sie belasten, sprechen Sie das sofort an. Seriöse Fachleute nehmen sich dafür Zeit, passen das Vorgehen an oder verweisen weiter. Wer darauf mit Abwehr reagiert, ist nicht die richtige Begleitung.

Woran Sie seriöse Anbieter erkennen

Ein gutes Vorgespräch fragt nach Vorerkrankungen, Medikamenten und psychiatrischer Vorgeschichte. Es klärt, was erreicht werden soll und was nicht. Wer ohne diese Fragen direkt in die Trance einsteigt, arbeitet nicht sorgfältig. Welche Ausbildungen hinter den verschiedenen Berufsbezeichnungen stehen, zeigt der Beitrag Arzt, Psychotherapeut, Coach: wer macht was.

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