Arzt, Psychotherapeut, Heilpraktiker, Coach: wer macht was?
Hypnose wird von sehr verschiedenen Berufsgruppen angeboten. Die Bezeichnungen klingen ähnlich, bedeuten aber Unterschiedliches, bei der Ausbildung, bei der Erlaubnis zu behandeln und bei der Frage, ob die Krankenkasse zahlt.
Ärztinnen und Ärzte
Ärzte dürfen Krankheiten diagnostizieren und behandeln, auch psychische. Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder für Psychosomatische Medizin haben eine mehrjährige psychotherapeutische Weiterbildung. Andere Ärztinnen, etwa Zahnärzte, Anästhesisten oder Hausärzte, setzen Hypnose ergänzend ein, zum Beispiel gegen Angst vor einem Eingriff. Dafür gibt es eigene Fortbildungen der Fachgesellschaften.
Psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten
Diese Berufsbezeichnung ist gesetzlich geschützt. Dahinter steht ein Psychologiestudium, früher gefolgt von einer mehrjährigen Ausbildung, heute ein eigenes Studium mit Approbation und anschließender Weiterbildung. Mit Kassenzulassung rechnen sie mit der gesetzlichen Krankenversicherung ab, allerdings nur für die anerkannten Richtlinienverfahren. Hypnose gehört nicht dazu, kann aber innerhalb einer Verhaltenstherapie oder tiefenpsychologischen Therapie als Technik eingesetzt werden, wenn die Therapeutin entsprechend fortgebildet ist.
Heilpraktikerinnen für Psychotherapie
Der sogenannte kleine Heilpraktiker ist eine auf Psychotherapie beschränkte Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz. Sie wird nach einer Überprüfung beim Gesundheitsamt erteilt. Eine bestimmte Ausbildung schreibt das Gesetz nicht vor. Die Überprüfung soll vor allem sicherstellen, dass keine Gefahr für die Gesundheit ausgeht. Die Qualität schwankt deshalb stark: Manche haben jahrelange Hypnoseausbildungen und Supervision, andere nur einen Wochenendkurs. Gesetzliche Kassen zahlen nicht, manche private Versicherungen oder Zusatzversicherungen teilweise.
Coaches
Coaching ist keine Heilbehandlung und die Bezeichnung ist nicht geschützt. Ein Coach darf keine psychischen Erkrankungen behandeln. Für berufliche Fragen, Entscheidungen oder Auftrittsängste ohne Krankheitswert kann ein gutes Coaching passen. Wenn Beschwerden aber den Alltag deutlich einschränken, gehört die Abklärung in fachliche Hände.
| Beruf | Behandelt Krankheiten | Gesetzliche Kasse |
|---|---|---|
| Ärztin, Arzt | ja | ja, in der Regel |
| Psychologische Psychotherapeutin | ja | ja, bei Kassensitz und Richtlinienverfahren |
| Heilpraktiker für Psychotherapie | ja, eingeschränkt | nein |
| Coach | nein | nein |
Fortbildungen in Hypnose
Für Ärztinnen, Zahnärzte und Psychotherapeuten gibt es in Deutschland mehrere Fachgesellschaften, die mehrjährige Fortbildungen in klinischer Hypnose anbieten, mit Theorie, Selbsterfahrung und Supervision. Mitglieder mit abgeschlossenem Curriculum sind oft auf den Websites der Gesellschaften verzeichnet. Daneben gibt es zahlreiche private Institute, deren Kurse teils sehr kurz sind. Ein Zertifikat sagt deshalb nur dann etwas aus, wenn man weiß, wer es ausgestellt hat und wie viele Stunden dahinterstehen.
Psychiater oder Psychotherapeut?
Die beiden Begriffe werden oft verwechselt. Psychiaterinnen sind Ärzte. Sie dürfen Medikamente verschreiben und behandeln auch schwere Erkrankungen wie Psychosen. Psychologische Psychotherapeuten verschreiben keine Medikamente, haben aber eine besonders umfangreiche Ausbildung in Gesprächs- und Verhaltenstherapie. Bei vielen Beschwerden arbeiten beide zusammen.
So finden Sie den passenden Weg
Bei anhaltenden seelischen Beschwerden ist der erste Schritt meist die psychotherapeutische Sprechstunde bei einer Kassenpraxis. Termine vermittelt der Patientenservice unter 116117. Wer gezielt Hypnose sucht, kann bei Psychotherapeutinnen nach einer Zusatzqualifikation fragen. Die Fachgesellschaften für klinische Hypnose führen Listen ihrer Mitglieder. Wie die Suche in der Region konkret aussieht, beschreibt die Seite Hypnose in Nürnberg finden.
Fragen Sie im Erstgespräch ruhig direkt: Welche Ausbildung haben Sie in Hypnose? Wie lange arbeiten Sie damit? Haben Sie Supervision? Seriöse Fachleute antworten darauf gern.