Abnehmen mit Hypnose
Studienlage: wenig belegt
Kaum ein Hypnoseangebot wird so offensiv beworben wie das Abnehmen. Das virtuelle Magenband, Kilos im Schlaf, dauerhaft schlank: Die Wirklichkeit ist bescheidener, aber nicht wertlos.
Was die Studien sagen
Es gibt einige, meist ältere und kleine Studien, die darauf hindeuten, dass Hypnose eine verhaltenstherapeutische Gewichtsbehandlung unterstützen kann. Die Teilnehmenden mit Hypnose nahmen im Mittel etwas mehr ab und hielten das Gewicht etwas besser. Für Hypnose allein, ohne Ernährungsumstellung und Bewegung, gibt es keine verlässlichen Belege. Ähnlich sieht es beim Rauchstopp aus: Eine große Übersichtsarbeit der Cochrane-Organisation fand nicht genug Belege dafür, dass Hypnose besser hilft als andere Methoden.
Wo Hypnose ansetzen kann
Gewicht hat viel mit Gewohnheiten zu tun: Essen aus Langeweile, aus Stress, vor dem Fernseher, als Belohnung. Hier kann Hypnose Ansatzpunkte bieten. In Trance lassen sich Situationen durchspielen, in denen man sonst automatisch zur Schokolade greift, und neue Reaktionen üben. Auch die Wahrnehmung von Hunger und Sättigung lässt sich schärfen. Langsamer essen, auf das Sättigungsgefühl achten, nach dem ersten Teller kurz innehalten: das sind einfache Ziele, die in Trance lebhaft vorgestellt werden.
Hypnose verändert nicht den Stoffwechsel. Sie kann helfen, Verhalten zu ändern, und das Verhalten ändert das Gewicht.
Das virtuelle Magenband
Bei diesem Angebot wird in Trance die Vorstellung einer Magenoperation erzeugt, mit dem Ziel, dass man sich schneller satt fühlt. Es klingt eindrucksvoll, ist aber kaum untersucht. Wer es ausprobieren möchte, sollte nicht mehr zahlen als für andere Hypnosesitzungen und nicht mit einem schnellen Erfolg rechnen.
Woran Sie überzogene Angebote erkennen
- Garantien für eine bestimmte Zahl an Kilos.
- Erfolg in einer einzigen Sitzung.
- Hohe Pauschalpreise mit Vorauszahlung.
- Kein Vorgespräch über Gesundheit, Medikamente und Essgewohnheiten.
- Abraten von ärztlicher Begleitung.
Wann ärztliche Hilfe wichtig ist
Bei starkem Übergewicht, bei Essanfällen, bei Erbrechen nach dem Essen oder bei starkem Untergewicht ist Hypnose nicht der richtige Einstieg. Essstörungen sind ernste Erkrankungen, die eine spezialisierte Behandlung brauchen. Erster Ansprechpartner ist die Hausärztin.
Essen und Gefühle
Viele Menschen essen nicht nur aus Hunger, sondern um Langeweile, Stress, Ärger oder Einsamkeit zu dämpfen. Diese Verbindung ist tief eingeübt und läuft oft automatisch ab. Ein erster Schritt ist, sie zu bemerken: Vor dem Griff zum Snack kurz fragen, ob es Hunger ist oder etwas anderes. In Hypnose kann man üben, in solchen Momenten innezuhalten und eine Alternative zu wählen, etwa einen kurzen Spaziergang, ein Glas Wasser oder ein paar Atemzüge.
Kleine Ziele
Erfolgreiches Abnehmen besteht aus vielen kleinen Veränderungen, die man lange beibehält. Ziele wie „abends nicht mehr vor dem Fernseher essen“ oder „dreimal pro Woche zu Fuß zur Arbeit“ lassen sich besser vorstellen und umsetzen als „zwanzig Kilo weniger“. Hypnose kann helfen, solche Ziele lebhaft und attraktiv zu machen.
Ein vernünftiger Weg
Wer Hypnose für das Abnehmen nutzen möchte, verbindet sie am besten mit einer Ernährungsberatung und mehr Bewegung, und sieht sie als Hilfe, dranzubleiben. Viele Krankenkassen bezuschussen Ernährungskurse. Wer dabei vor allem mit Stressessen kämpft, findet in den Entspannungsverfahren einen guten Ausgleich. Wie Hypnosesitzungen grundsätzlich ablaufen, steht unter Ablauf und Kosten.