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Therapie mit Hypnoseunabhängig informiert, keine Praxis

Prüfungsangst und Blackout

Aktualisiert am 3 Minuten Lesezeit

Studienlage: als Ergänzung sinnvoll

Monatelang gelernt, und in der Prüfung ist plötzlich alles weg. Ein Blackout fühlt sich wie Versagen an, ist aber eine Stressreaktion, und die lässt sich trainieren.

gute Spannungzu wenigBlackoutAufregungLeistung

Ein wenig Aufregung hilft

Schon 1908 beschrieben die Psychologen Robert Yerkes und John Dodson einen Zusammenhang, der bis heute als Faustregel dient: Mit steigender Anspannung steigt die Leistung zunächst, ab einem bestimmten Punkt fällt sie wieder ab. Ein wenig Lampenfieber macht wach und konzentriert. Zu viel blockiert. Das Ziel ist also nicht, völlig ruhig zu sein, sondern im mittleren Bereich zu bleiben.

Was beim Blackout passiert

Bei starkem Stress schaltet der Körper auf Flucht oder Kampf. Das Stresssystem drosselt dabei Bereiche des Gehirns, die für Abrufen und Kombinieren gebraucht werden. Das Wissen ist noch da, nur der Zugang ist für den Moment verstellt. Genau deshalb kommt die Antwort oft, sobald man den Raum verlassen hat.

Wie Hypnose eingesetzt wird

In der Hypnose wird die Prüfung in der Vorstellung vorweggenommen, ruhig und mehrfach: das Betreten des Raums, das erste Lesen der Aufgaben, die Stelle, an der es hakt, und wie man darüber hinwegkommt. Dazu kommt oft ein sogenannter Anker, eine kleine Geste wie Daumen und Zeigefinger zusammenzuführen, die in Trance mit einem Gefühl von Ruhe verknüpft wird. In der Prüfung ruft man diesen Zustand dann ab. Für umgrenzte Prüfungsängste reichen oft wenige Sitzungen.

Ein Anker wirkt nur, wenn er vorher oft geübt wurde. Wer ihn zum ersten Mal in der Prüfung ausprobiert, wird enttäuscht.

Übungen für den Prüfungstag

  • Vorher: Lernen Sie nicht bis zur letzten Minute. Eine halbe Stunde Pause vor der Prüfung lässt das Wissen setzen.
  • Beim Hinsetzen: Atmen Sie drei Mal langsam aus, länger als ein. Das langsame Ausatmen beruhigt den Puls.
  • Beim Lesen: Lesen Sie alle Aufgaben einmal durch und beginnen Sie mit der leichtesten. Ein erster Erfolg löst die Anspannung.
  • Beim Hängen: Schreiben Sie Stichworte zu allem auf, was Ihnen zum Thema einfällt, auch wenn es nicht direkt passt. Assoziieren öffnet den Zugang wieder.
  • In mündlichen Prüfungen: Es ist erlaubt zu sagen, dass Sie kurz nachdenken müssen.

Aufschieben als Teil der Angst

Prüfungsangst zeigt sich nicht erst am Prüfungstag. Häufig beginnt sie Wochen vorher mit Aufschieben: Das Lernen wird verschoben, weil schon der Gedanke an den Stoff unangenehm ist. Dann wird die Zeit knapp, und die Angst wächst. Hilfreich sind kleine, feste Lerneinheiten mit klarem Ende, etwa dreimal fünfzig Minuten am Vormittag, und ein Plan, der auch Pausen enthält. Wer jeden Tag ein Stück schafft, sammelt Belege dafür, dass er vorbereitet ist.

Mündliche Prüfungen und Vorträge

Bei mündlichen Prüfungen, Präsentationen und Bewerbungsgesprächen kommt die Angst vor der Bewertung durch andere hinzu. Hier hilft Üben vor Publikum, zuerst vor Freunden, dann vor einer kleinen Gruppe. In Hypnose lässt sich die Situation vorher mehrfach durchspielen, inklusive der gefürchteten Frage, auf die man keine Antwort weiß, und einer ruhigen Reaktion darauf.

Wann mehr nötig ist

Wenn Prüfungsangst dazu führt, dass Sie Prüfungen verschieben, das Studium abbrechen wollen oder schon Tage vorher nicht schlafen, reicht ein Blick auf Tipps nicht. Viele Hochschulen haben psychologische Beratungsstellen, die kostenlos und schnell helfen. Wer zusätzlich unter allgemeinen Ängsten leidet, findet im Beitrag zu Angst und Panik weitere Hinweise. Eine Übung für zu Hause beschreibt die Seite zur Selbsthypnose.

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