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Therapie mit Hypnoseunabhängig informiert, keine Praxis

Hypnose bei Tinnitus

Aktualisiert am 2 Minuten Lesezeit

Studienlage: wenig belegt

Bei Tinnitus hören Betroffene Pfeifen, Rauschen oder Brummen, das niemand sonst hört. Das Geräusch zu entfernen gelingt selten. Wie sehr es stört, lässt sich dagegen beeinflussen.

der Ton bleibt, die Aufmerksamkeit kann wandern

Erst abklären

Ein Ohrgeräusch kann viele Ursachen haben: Lärm, Hörverlust, Probleme im Kiefergelenk oder der Halswirbelsäule, Medikamente, selten eine Erkrankung, die behandelt werden muss. Deshalb gehört am Anfang eine Untersuchung bei der HNO-Ärztin. Ein plötzlicher Tinnitus zusammen mit Hörverlust ist ein Grund, zeitnah ärztliche Hilfe zu suchen.

Was die Leitlinie empfiehlt

Bei chronischem Tinnitus empfiehlt die deutsche Leitlinie vor allem eine tinnitusspezifische kognitive Verhaltenstherapie und, wenn das Hören eingeschränkt ist, eine Versorgung mit Hörgeräten. Für viele andere Angebote, von Infusionen bis zu Nahrungsergänzungsmitteln, fehlt der Nachweis. Für Hypnose gibt es einzelne Studien, aber zu wenige, um eine klare Empfehlung zu geben.

Wo Hypnose ansetzen kann

Tinnitus wird dann zur Belastung, wenn das Gehirn das Geräusch als wichtig einstuft. Dann rückt es in den Vordergrund, besonders in ruhigen Momenten und in Phasen von Stress. Ein Teil der Behandlung besteht darin, diese Bewertung zu verändern. Hier kann Hypnose unterstützen: Sie übt, die Aufmerksamkeit auf andere Reize zu lenken, und verbindet das Geräusch mit Ruhe statt mit Alarm.

Ein Bild, mit dem viele arbeiten: das Geräusch als Radio in einem Nachbarraum, das läuft, auf das man aber nicht hören muss.

Was Sie selbst tun können

  • Vermeiden Sie völlige Stille. Leise Hintergrundgeräusche wie ein offenes Fenster oder ruhige Musik machen das Ohrgeräusch weniger auffällig.
  • Achten Sie auf Stress. Viele bemerken, dass der Tinnitus in angespannten Wochen lauter wirkt.
  • Schützen Sie Ihr Gehör vor weiterem Lärm, ohne sich ganz abzuschotten.
  • Lernen Sie ein Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelentspannung.
  • Suchen Sie den Austausch, zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe.

Die Rolle des Schlafs

Viele Tinnitusbetroffene schlafen schlecht, weil das Geräusch in der Stille des Schlafzimmers besonders deutlich ist. Ein leises Hintergrundgeräusch und die Hinweise aus dem Beitrag zu Schlafstörungen helfen oft mehr als jede Spezialtherapie.

Warum Stille das Geräusch verstärkt

Das Gehirn passt seine Empfindlichkeit an die Umgebung an. In einer lauten Umgebung dämpft es, in völliger Stille dreht es gewissermaßen den Verstärker auf. Deshalb ist der Tinnitus abends im Bett oft am lautesten. Eine leise Geräuschquelle, etwa ein Ventilator oder Naturgeräusche, schafft eine Kulisse, vor der das Ohrgeräusch weniger auffällt. Das ist kein Heilmittel, aber eine einfache Hilfe für die Nacht.

Gedanken über das Geräusch

Gedanken wie „Das hört nie auf“ oder „Ich werde verrückt“ verstärken die Belastung. Die Verhaltenstherapie arbeitet daran, solche Gedanken zu erkennen und zu prüfen. In Hypnose kann ergänzend geübt werden, dem Geräusch eine neutrale Bedeutung zu geben. Viele Betroffene berichten, dass der Tinnitus nach einiger Zeit zwar noch da ist, aber nicht mehr die Hauptrolle spielt.

Realistische Erwartungen

Wer von Hypnose erwartet, dass das Geräusch verschwindet, wird meist enttäuscht. Wer hofft, dass es weniger stört und weniger Raum einnimmt, hat gute Chancen. Ein seriöses Angebot formuliert das Ziel genau so und arbeitet mit Ärztin und HNO-Praxis zusammen. Woran Sie seriöse Angebote erkennen, steht im Beitrag zu den Gegenanzeigen.

Quellen und weiterlesen